Köln, November 2024
Er überragt alles. Nicht nur die Dächer der Stadt, sondern auch die Zeit selbst.
Der Kölner Dom ist kein Gebäude, das man einfach betrachtet. Man muss den Kopf in den Nacken legen, den Blick an den Türmen hinaufwandern lassen und irgendwann akzeptieren, dass man nicht alles auf einmal erfassen kann. Besonders, wenn man versucht, das gewaltige Bauwerk zu fotografieren.
Was heute selbstverständlich wirkt, war über Jahrhunderte eine offene Baustelle. 1248 wurde der Grundstein gelegt, doch dann stockte der Bau. Für mehr als 600 Jahre blieb der Dom unvollendet, ein halbfertiger Koloss mitten in der Stadt, dessen Baukran zum festen Bestandteil des Kölner Stadtbilds wurde, so lange, dass er sogar ins Stadtwappen aufgenommen wurde. Erst 1880 wurden die Türme fertiggestellt, und für kurze Zeit war der Dom mit 157 Metern das höchste Gebäude der Welt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Köln durch Bombenangriffe zu weiten Teilen zerstört. Der Dom selbst wurde mehrfach getroffen und beschädigt, blieb aber stehen, ein Fixpunkt in einer Stadt, die um ihn herum in Trümmer fiel. Manche sagen, er habe den Piloten als Orientierungspunkt gedient, weshalb man ihn verschonte. Belegt ist das nicht, aber als Geschichte passt sie zu diesem Bauwerk, das sich gegen alles behauptet hat.
Seit 1996 gehört der Kölner Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und nachts, wenn die Stadt um ihn herum zur Ruhe kommt, gehört er ganz sich selbst.
| Kamera | Galaxy S21 Ultra |
| Blende | F/1.8 |
| Belichtung | 1/20 |
| Bemerkung |
